design team c gmbh - Architekturbüro, Hochbauplanung, Architekt, Stadtplanung, Freiraumgestaltung, Design
Öffentlicher Raum /
Verkehrsbauten


Vorplatz Reichsgericht

BauherrStadt Leipzig
Bauzeit2000 - 2002
AdresseSimsonplatz, Leipzig
BGF3.000 m2
Tiefgarage100 Stpl.
MitarbeiterI. von Nordheim, A. Reutler
PhotographA. Schlamann - www.schlamann.com
Projekt ID48

“Klassische Symmetrie im asymmetrischen Raum“

1.Preis und Auftrag, Realisierungsgutachten Neugestaltung des Vorplatzes Reichsgericht Leipzig, Simsonplatz


Der keilförmige Platzraum zwischen Reichsgericht und Neuem Rathaus öffnet sich nach Norden zur Innenstadt. Gegliedert ist der Simsonplatz in die Fritz-von-Harck-Anlage, als grüner Abschluß des Musikerviertels, und den `steinernen Platz´ vor dem Reichsgericht. Die Asymmetrie dieses Raumes mit dem Blickbezug zum benachbarten Neuen Rathaus steht in einem Spannungsverhältnis zur klassischen Symmetrie des Gerichtsgebäudes. Dieser Konflikt wird im Konzept der Neugestaltung des Platzes zum Thema.
Der Pleissemühlgraben ist mit seinem sichtbaren, kontinuierlichen Verlauf ein wesentliches Orientierungsmerkmal in der Stadt. Am Simsonplatz bleiben daher große Teile des Grabens unverdeckt. In dem sich öffnenden Platzbereich der Fritz-von-Harck-Anlage bildet die Pleisse als räumliches Element mit der Promenade den Abschluß der Grünfläche.
Im sich verengenden Platzbereich dominiert das Gerichtsgebäude und beansprucht Raum und repräsentative Vorfläche. Hier ist der Fluss mit einer transparenten Überdeckung in die Fläche eingebunden. Die Kontinuität des Verlaufes bleibt dadurch sichtbar, aber eine Wirkung des Flusses als abriegelnder `Burggraben´ wird dort vermieden.
Entlang des Wassers sind die Platzstrukturen orthogonal zum Fluss gerichtet. Am Gerichtsgebäude dagegen nehmen sie dessen Symmetrie auf. In den Grenzbereichen werden die Verschänkungen beider Systeme deutlich.
Die großzügige Promenade begleitet mit Sitzbänken und Beleuchtung die Pleisse. Sitzen und Gehen mit Blick auf das Wasser spielen hier Hauptrolle. Die transparente Überdeckung des Wassers erweitert die Fläche vor dem Reichsgericht zu einem großzügigen, repräsentativen Vorplatz. Hier, zur besonderen Betonung des Portalbereichs, überlagert der Platz die Pleisse bis zur Straßenkante. Eine kontinuierliche, blaue Leuchtenreihe akzentuiert die gesamte Wasserkante. Auch der Raum unter den Rosten wird illuminiert und betont die Transparenz auch bei Dunkelheit. Steinerne Blöcke dienen zugleich als Sockel für die Leuchten und als Sitzgelegenheit auf dem Platz.