Öffentlicher Raum / Verkehrsbauten


U-Bahnhof Heumarkt

Kategorie
Öffentlicher Raum / Verkehrsbauten
Bauherr:in
KVB - Kölner
Verkehrs-Betriebe AG
Ort
Heumarkt, Köln
Jahr
2013
Status
Fertiggestellt
Größe
Umbauter Raum 78.100m³

Galerie

Projektbeschreibung
“Kathedralraum des Verkehrs“

Länge Nord-Süd: 92,0m – Ost-West: 108,5m
Breite Nord-Süd: 23,0m – Ost-West: 20,0m
Höhe Ost-West: 16,0m – Nord-Süd: 23,0m unter der Erde
Umbauter Raum: ca. 78.100cbm

Ursprung: Wettbewerb Ost-West-Achse 1992

Grundidee war die unterirdische Verlegung der Bahntrasse, als Essential fürs Zusammenwachsen der Stadt, die Überwindung der breiten Schneise (Cäcilien Str./Hahnenstr.), die den Heumarkt teilt, die den Neumarkt zur Insel macht und auf voller Länge die Kernstadt von der Südstadt trennt.

Ost-West-Halle

Sie dient durch ihre Höhe und die zukünftige Öffnung zum Straßenraum der wahrnehmbaren Verknüpfung des “Draußen” und des “Drinnen”.
Abgeleitet ist ihre Form vom Prinzip der Kuppel.
Die Decke spannt sich über den Raum, oben ist sie eines Tages aber geöffnet. Von dort erhält sie dann ihr natürliches Licht. Die Form des Raumes ist im Gegensatz zur Kuppel allerdings linear, sie folgt der gekrümmten Bahntrasse.

Formale Prinzipien

Die diagonale Kreuzung der neuen Nord-Süd-Strecke unten in ca. 23 Meter Tiefe und der eines Tages darüber geführten Ost-West-Strecke der Nord-Süd-Strecke ist Hauptmotiv der inneren Gestaltung. Abgeleitet wurde sie von der räumlichen Durchdringung der Stationen.
Diese Verknüpfung der Räume schafft Übersicht und Sicherheit. In der Tiefe der Nord-Süd-Station, aber auch seitlich, in den nach oben verbindenden Räumen sorgen lichte Glaswände für “Entmaterialisierung” der enormen Baumassen.

Der Sammler-Kanal und sein Begleitrohr

waren in der ursprünglichen Entwurfs-Version nicht vorgesehen. Sie konnten aus technischen und Kostengründen aber nicht um die Station herum gelegt werden. Hier durchdringen sich jetzt zwei wichtige Elemente der städtischen Unterwelt, ausnahmsweise für jeden sichtbar, eine Besonderheit!

Die “Wolke”

Da die Ost-West-Strecke wohl erst in ferner Zukunft finanzierbar sein wird, wurde zunächst in der Halle, am Schnittpunkt der Wege eine temporäre Gewerbefläche konzipiert. Um den Raum nicht zu besetzen, “schwebt” die “Wolke“ scheinbar in der Halle und nimmt die für das Gewerbe notwendige Technik auf. Darunter befinden sich in Kürze gläsern-transparent die Gewerbenutzungen.

Zukunft

Der nächste Schritt ist, dass aus dem “Kopfbahnhof” eine “Durchgangsstation” wird. Das erwarten wir alle hoffentlich bald, auch ich, als Südstädter. Dereinst folgt dann auch die tiefer gelegte Ost-West-Strecke. Dann ist das Projekt erst beendet, die Stadt kann zusammenwachsen, Köln wird noch attraktiver!

Zur Bedeutung dieser Kreuzungsstation

Die ungewöhnliche Größe dieses Bauwerks ist zunächst überraschend, aber unabdingbar notwendig. In Zukunft, wenn die Nord-Südstrecke durchgängig befahren wird und vor allem auch die Ost-West-Strecke unterirdisch aktiv sein wird, entsteht hier eine der wichtigsten ÖPNV-Verknüpfungen Kölns, mit 20 bis 50-tausend Nutzern täglich. Dem angemessenen Raum zukommen zu lassen, ist zum einen eine stadtfunktionale Notwendigkeit, zum anderen unterstreicht es aber auch architektonisch die Bedeutung des ÖPNV und des öffentlichen Raumes für die wachsende Großstadt Köln.